Exotische Tiere kennenlernen

Exotische Tiere kennenlernen

Schon vor 15.000 Jahren hielten sich unsere Vorfahren die ersten Haustiere. Domestizierte Wölfe lebten zusammen mit den ersten Menschen. Sie ergänzten die menschlichen Fertigkeiten als Jäger und hatten schon damals einen wichtigen Stellenwert im Leben der Menschen.


Vor etwa 9.000 Jahren begannen die Menschen Nutztiere zu halten. Bis heute hält der Mensch Tiere aus ganz unterschiedlichen Gründen. Viele domestizierte Tiere Leben in deutschen Haushalten. Allerdings gibt es auch zahlreiche Wildtiere, die immer öfter als Haustier gehalten werden. Exotische Tiere zu halten stellt aber eine außergewöhnliche Herausforderung dar. In vielen Fällen ist es daher verboten exotische Tiere als Haustier zu halten. Aber was ist erlaubt und was ist verboten, wenn es um exotische Tiere geht?

Was sind exotische Tiere?

Bevor man sich der Frage, was exotische Tiere sind, stellen kann, muss zuerst der Begriff geklärt werden. Tatsächlich existiert im Deutschen Tierschutzgesetz keine Definition dafür, welche Tiere als Haustiere, welche als Heimtiere und welche als Wildtiere, bzw. exotische Tiere gelten. Im österreichischen Tierschutzgesetz findet sich eine Begriffsbestimmung. Hier werden Halter, Haustier, Heimtier und Wildtier definiert. Als Haustiere gelten in Österreich die Gattungen Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Pferd, jeweils mit Ausnahme exotischer Arten, sowie Großkamele, Kleinkamele, Wasserbüffel, Hauskaninchen, Haushunde, Hauskatzen, Hausgeflügel und domestizierte Fische. Als Heimtier definiert das Österreichische Gesetz Tiere, die als Gefährten oder aus Interesse am Tier im Haushalt gehalten werden, soweit es sich um Haustiere oder domestizierte Tiere der Ordnungen der Fleischfresser, Nagetiere, Hasenartige, Papageienvögel, Finkenvögel, Taubenvögel und der Klasse der Fische handelt.

Was sind Wildtiere?

Als Wildtier gilt, gemäß der Begriffsbestimmung im Österreichischen Tierschutzgesetz, jedes andere Tier, das nicht als Haustier, oder Heimtier gilt. Damit gelten Amphibien, Reptilien, Insekten und Spinnen grundsätzlich als Wildtier. Außerdem ist in Österreich auch verboten, bestimmte Tierarten, außerhalb von Zoos zu halten. Insgesamt sind die Arten von 23 Ordnungen im Gesetz aufgelistet. So darf man in Österreich beispielsweise keine Bären, Großkatzen, oder Seekühe halten. In Deutschland gibt es aktuell kein bundesweites Gesetz dazu. In einigen Bundesländern gibt es Listen, die gefährliche Tierarten, die im jeweiligen Bundesland nicht gehalten werden dürfen, beinhalten. In anderen Bundesländern gibt es auch dazu keine Beschränkung.

Die Abkürzung CITES

Hinter der Abkürzung Cites verbirgt sich die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. Das Abkommen zum internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Wir kennen dieses Abkommen unter dem Namen Washingtoner Artenschutzabkommen. Klar ist, dass Tiere und Pflanzen, die durch CITES geschützt sind, auch in Deutschland nicht gehandelt werden dürfen. Abgesehen davon gibt es aber, mit Ausnahme einiger Bundesländer, keine Einschränkung, welche Tiere gehalten werden dürfen und welche nicht. Exotische Haustiere sind daher weit verbreitet. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Einführung einer Positivliste. Während die Auflistung von verbotenen Arten viel Spielraum lässt, neue Arten als Haustiere zu halten, würde eine verbindliche Liste klare Regeln vorgeben. Tiere, die nicht gelistet werden, dürften auch nicht als Haustier gehalten werden.

Tierschutzgesetz für exotische Tiere

Allerdings beinhaltet das Deutsche Tierschutzgesetz eine klare Vorgabe für die Haltung von Tieren. Dort ist im §2 geregelt, dass der Halter eines Tieres für eine artgerechte Haltung verantwortlich ist. Das Tier muss seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechende ernährt, gepflegt und untergebracht werden. Außerdem darf ein Tier nicht so eingeschränkt werden, dass es ihm Schmerzen, Leiden, oder Schäden zufügt. Außerdem wird vorgegeben, dass der Halter über Kenntnis und Fähigkeit verfügen muss, um das Tier artgerecht zu halten. Mit dieser Regelung ist die Haltung von exotischen Tierarten nur unter besonderen Umständen möglich und zulässig.

Artgerechte Haltung

Bei vielen, nicht heimischen Wildtieren ist das natürliche Verhalten noch nicht vollständig erforscht. Man weiß nicht alles über Lebensweise und Ernährung. Unter diesen Umständen ist eine artgerechte Haltung unmöglich. Kennt man die genauen Bedürfnisse nicht, dann ist das bereits ein Ausschlussgrund für die Haltung. Abgesehen davon ist es damit auch unmöglich, dem Tier alles zu bieten, was es benötigt. Die Haltung von Exoten ist also nur dann möglich, wenn sie ausreichend gut erforscht sind. Kennt man die Bedürfnisse genau, dann muss man sie auch befriedigen. Ist das nicht möglich, dann darf ein solches Tier auch nicht gehalten werden.

Gesetzliche Regelungen für exotische Tiere

Der §2 des Tierschutzgesetzes regelt auch, dass Tiere beispielsweise nicht alleine gehalten werden dürfen, wenn sie in ihrer natürlichen Umgebung in Paaren, oder Gruppen leben. Auch muss für die passenden klimatischen Bedingungen gesorgt werden. Reptilien brauchen Wärme, Tiere wie der Axolotl brauchen eine kühle Umgebung. Das bedeutet viel Aufwand und hohe Kosten in der Haltung. Nicht zuletzt muss jedes Tier auch artgerecht ernährt werden. Das sorgt bei Fleischfressern für ein zusätzliches Problem. Die Fütterung einer Schlange kann durchaus eine Herausforderung sein.

Futtertiere und artgerechte Ernährung

Ernährt sich das Haustier räuberisch von anderen Tieren, dann müssen auch die Futtertiere artgerecht gehalten werden. Das Töten von Tieren muss schmerzfrei, also unter Betäubung erfolgen. Ein Wirbeltier darf nur von jemanden getötet werden, der Fachkenntnisse und Fähigkeiten dafür hat. Hält man eine große Schlange, dann bedeutet das, dass man auch Kaninchen, oder Ratten artgerecht halten und schmerzfrei töten muss. Gelingt es nicht, die Schlange an tote Beute zu gewöhnen und müssen die Futtertiere daher lebend verfüttert werden, ist das auf jeden Fall mit erheblichem Stress für das Beutetier verbunden. Während man Schlangen also artgerecht ernährt, leidet die Maus.

Jäger und Opfer

In der Natur ist die Situation zwar ähnlich, hier hat die Maus aber eine faire Chance, der Schlange zu entkommen. Gelingt es der Schlange, die Beute zu überraschen, dann bedeutet das einen schnellen Tod. Im Terrarium sieht sich die Maus ausweglos dem Jäger gegenüber. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Haltung exotischer Tiere in jedem Fall Probleme mit sich bringt. Die Bedürfnisse solcher Tiere sind umfangreich und oft nicht einzuhalten. Vielfach kennt man auch nicht alle Anforderungen an Lebenraum und Ernährung. Abgesehen von der Schwierigkeit die Tiere in Gefangenschaft richtig zu pflegen, gibt es aber noch zwei weitere Probleme, die aus der Haltung exotischer Wildtiere entstehen.

Exotische Tiere und der Wildfang

einerseits ein Indiz dafür, dass sie eben nicht artgerecht gehalten werden können, und andererseits der Grund dafür, dass die Tiere gefangen werden müssen. Das trifft auch viele Aquariumfische, die als Wildfang in heimischen Aquarien landen. Da beim Fang und beim Transport viele der Tiere sterben, kann der Wildfang eine Population stark beeinträchtigen. Aber nicht nur das Fangen der Tiere ist ein Problem. Auch das Freilassen belastet das Ökosystem.

Ausgesetzte exotische Tiere

Manche Tiere haben sehr hohe Ansprüche an ihre Halter. Die Beschaffung des Futters ist kostspielig und Heizung, oder Kühlung brauchen viel Energie. Außerdem unterschätzt man häufig die Größe der Tiere und ihre Lebenserwartung. Das führt dazu, dass viele Tiere ausgesetzt werden. Wasserschildkröten besiedeln Baggerseen und Reptilien werden im Wald ausgesetzt. Für die meisten wechselwarmen Tiere ist der Winter in unseren Breiten ein Todesurteil. Aber auch die Abgabe im Tierheim ist nicht unproblematisch. Die hohen Betreuungsaufwände für die Tiere sind eine große Belastung für die Tierschutzvereine.

Diverse Krankheiten

Dazu kommt, dass die tierärztliche Versorgung exotischer Wildtiere schwierig ist. Vögel und Reptilien lassen sich Krankheiten nicht ansehen. Sie zeigen keine Schwäche um nicht als Beutetier zu enden. Das führt dazu, dass eine Erkrankung nicht, oder viel zu spät erkannt wird. Auch Tierärzte ohne Spezialisierung erkennen nicht immer gesundheitliche Probleme. Aber nicht nur die Tiere leiden unter schlechter medizinischer Versorgung. Auch für den Menschen entstehen durch die Tierhaltung mitunter Probleme. Einerseits sind viele Tiere gefährlich. Sie beißen, kratzen, oder sind giftig. Andererseits verbreiten exotische Wildtiere auch Krankheitserreger. Reptilien sind häufig mit Salmonellen belastet. Was dem Tier nicht schadet, kann ein großes Problem für den Halter werden.

Exotische Tiere in natürlicher Umgebung belassen

Für eine artgerechte Haltung für Wildtiere gibt es nur eine einzige Möglichkeit. Man muss sie in ihrer natürlichen Umgebung lassen. Nur dort finden sie Alles, was sie für ein gesundes und erfülltes Leben brauchen. Exotische Tiere sind nicht dafür da, in zu engen Käfigen und Terrarien dahinzuvegetieren. Domestizierte Tiere, die über Jahrhunderte als Haustiere gezüchtet wurden, sind bestens an das Leben an der Seite des Menschen angepasst. Wer sich für exotische Tiere interessiert, der sollte sich für die Erhaltung ihrer Lebensräume einsetzen. Eine Reise in die natürliche Umgebung und eine Beobachtung der Tiere in der Natur ist viel faszinierender, als ihnen dabei zuzusehen, wie sie im Käfig sitzen und verkümmern. Statt das Geld in exotisches Futter und Käfige zu investieren, kann man es für Projekte, die den Tieren zugutekommen, spenden.